
Blühpflanzen
Blühende Vorfreude
Seit Eduard Mörike wissen wir, dass eigentlich der Frühling selbst für sein berühmtes blaues Band zuständig ist. Aber was hält uns davon ab, ihm beim Weben zu helfen, wo doch schon jetzt so schöne blaue Blumen zur Verfügung stehen? Gesellt man der Farbe der Romantik noch einen Schuss Weiß oder Rosa hinzu, ist die Leichtigkeit des Lenzes perfekt in Szene gesetzt.
Die Sehnsucht nach dem Frühling wird umso größer, je unwirtlicher und grauer die kalte Jahreszeit ist. Doch das Schöne ist: Auch wenn draußen noch tiefster Winter herrscht, kann der Frühling am Fensterbrett schon Einzug halten. Schließlich stehen ja bereits im Januar zahlreiche Frühlingsblumen in Ihrem Gartencenter zur Verfügung – und von Woche zu Woche wird das Angebot größer. Die Wintertröster Azalee und Alpenveilchen passen ausgezeichnet ins Frühlingsszenario. Gerade bei den Azaleen ist die Sortenvielfalt Anfang des Jahres am größten. Nach und nach gesellen sich weitere Pflanzenarten hinzu. Die meisten von ihnen sind typische Frühlingsblüher. Kissenprimeln, die ersten Bellis sowie die sehr unterschiedlichen Violen – vom großblumigen Rokoko-Stiefmütterchen bis zum zierlichen Hornveilchen-Typ – sorgen für Farbtupfer.
Fülle an Farben
Das Band des Frühlings ist natürlich nicht nur in Blau gewebt. Im Pflanzenreich ist die rein blaue Blütenfarbe ohnehin extrem selten. So sprechen Gärtner oft von blauen Blumen, selbst wenn die Farbe einen deutlichen Violett-Touch hat. Diese Blumen übernehmen aber in ihrer Farbwirkung und Symbolik ohne weiteres die Funktion der „echten Blauen“. Gerade Primeln und Krokusse sind aber auch in weniger kräftigen Tönen, z.B. zarten Pastellfarben erhältlich. Apropos Krokus: Blumen aus Zwiebeln und Knollen sind in dieser Zeit in der Zimmerkultur unverzichtbar. Auf dem Fensterbrett gehören die süß duftenden Hyazinthen, frühe Tulpen und Narzissen zu den Klassikern unter den Vorfrühlingsboten. Bereits im Januar gibt es die ersten vorgezogenen Schneeglöckchen, Märzenbecher und Krokusse im Topf. Sehr hübsch blühen auch Netziris, Kiebitzeier und andere kleinen Vertreter der Fritillarien-Gewächse. Im Februar und März ist der Höhepunkt der Auswahl an blühenden Frühlingsblumen aus Zwiebeln und Knollen erreicht.
Cool bleiben
Alle typischen Frühlingsblüher sind an kühle Temperaturen angepasst. Anders als die meisten „Ganzjahreszimmerpflanzen“, die aus den Tropen stammen, machen ihnen wohlige Zimmerwärme und trockene Luft das Leben schwer. Primel, Veilchen und Co. welken sehr rasch, wenn sie direkt auf einem Fensterbrett über einem Heizkörper stehen. Sehr viel langlebiger sind die Frühlingsboten, wenn die Temperaturen etwas niedriger sind und die trockenen Heizungswinde fern gehalten werden. Je heller eine Pflanze steht, desto eher erträgt sie auch hohe Temperaturen. Ideal ist ein kühler, heller Platz – etwa ein Küchenfenster, ein Platz im Flur, ein Badezimmerfenster oder Wintergarten. Hier bleiben die Blüten sehr lange frisch und zeigen besonders leuchtende Farben.
Dauerhafter Gartenschmuck
Besonders die Blumen aus Zwiebeln und Knollen können nach ihrer Vorstellung am Fensterbrett in den Garten einziehen, um in den folgenden Jahren ein „Da Capo“ zu geben. Allerdings sollte man sie optimal darauf vorbereiten. Oberstes Gebot ist, sie bestens mit Nährstoffen zu versorgen, die in dem unterirdischen Speicherorgan gelagert werden. Sehr oft stehen sie sehr eng gedrängt in einem kleinen Topf mit nährstoffarmer Erde oder Sand. Düngen Sie Ihre Pflanzen direkt nach dem Kauf während der Blüte. Die welke Blüte wird entfernt; alle Blätter aber unbedingt an der Pflanze belassen. Danach sollten die Pflanzen sofort in ein größeres Gefäß mit guter Blumenerde gesetzt werden – ziehen Sie die einzelnen Zwiebeln eines Pulks vorsichtig ein wenig auseinander. Solange keine Fröste drohen, dürfen die Pflanzen auf dem Balkon stehen; kündigen sich strenge Winterphasen an, gehören die Pflanzen währenddessen in einen kühlen hellen Flur. Gutes Wässern ohne Staunässe sowie wöchentliches Düngen gewährleisten, dass sich die Pflanzen bestens regenerieren. Die meisten von ihnen sind noch voll belaubt, wenn sie im Vollfrühling endlich ins Gartenbeet gepflanzt werden können. Setzen Sie die Zwiebeln dann deutlich tiefer in den Boden, als sie im Topf gestanden haben – doppelt so tief, wie die Zwiebel selbst dick ist, das ist die Faustregel.







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